Luftgekühlt und windschnittig: Historische «Tatras»
Staatschefs im Ostblock wussten Nobelkarossen der Marke «Tatra» zu schätzen. Heute sind die Autos seltene Sammlerstücke. In Angermünde können sie besichtigt werden. (Veröffentlicht am 28.11.2011)
Funktionäre des Ostblocks ließen sich einst gern in Limousinen der Marke Tatra chauffieren. Selbst Fidel Castro schätzte auf seiner sozialistischen Sonneninsel die Vorzüge der gern auch «Mercedes des Ostens» genannten Wagen. Die Autos aus der damaligen Tschechoslowakei haben heute Seltenheitswert.
Iris und Jürgen Riesebeck aus dem brandenburgischen Angermünde zeigen in ihrer Tatra-Galerie gleich eine ganze Kollektion, darunter Leihgaben anderer Liebhaber. Es ist nach ihren Angaben die einzige Besuchern offenstehende Privatsammlung in Deutschland. So mancher Tatra wird heute für historische Filmszenen gebucht.
In den Werkstatthallen des ehemaligen Opel-Händlers Jürgen Riesebeck ist ein Glanzstück neben dem anderen zu bestaunen. Etwa ein T 12 von 1931 mit einer Karosserie aus Holz, der an den Klassiker Ford T aus den 1920er Jahren erinnert. Wie eine Mischung aus amerikanischem Straßenkreuzer und VW Käfer wiederum wirkt der Tatra 600 mit seiner aerodynamischen Karosserie und der Heckflosse. «Davon wurden bis 1952 etwa 6000 Stück produziert», erzählt Iris Riesebeck. Für Stalin sei zum 70. Geburtstag sogar ein Sondermodell als Cabrio gebaut worden. «Er hat es aber aus Sicherheitsgründen nie genutzt.»


