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"Ich würde es auf jeden Fall wieder tun"

Von SZ-Mitarbeiterin Carolin Grell

Foto: C. GrellSaarlouis. "Es war bei mir, wie bei vielen Menschen. Man hört von einer Typisierungsaktion. Jemand, den man entfernt kennt, ist schwer erkrankt und braucht eine Stammzellenspende. Man fährt zum Spendentermin und steht mit Bekannten in einer langen Schlange", erzählt Hansjörg Wirth (Veröffentlicht am 03.02.2012)

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Foto: C. Grell

Saarlouis. "Es war bei mir, wie bei vielen Menschen. Man hört von einer Typisierungsaktion. Jemand, den man entfernt kennt, ist schwer erkrankt und braucht eine Stammzellenspende. Man fährt zum Spendentermin und steht mit Bekannten in einer langen Schlange", erzählt Hansjörg Wirth. Er empfindet noch heute, dass bei diesen Terminen das Thema Stammzellenspende eher in den Hintergrund gerät. "So wie es beim Thema Organspende ist. Nur beim konkreten Anlass sind die Menschen kurz betroffen, dann herrscht wieder Alltag."

Ganz so war es bei Wirth nicht. Bereits vor der Typisierung 2010 hat er die DKMS (Deutsche Knochenmarkspendezentrale) mit Geldspenden unterstützt, denn jede Untersuchung kostet etwa 50 Euro. Dass es für ihn dann plötzlich viel weiter gehen sollte, konnte der zweifache Vater nicht ahnen. Bis zu dem Tag, als er einen Brief der DKMS erhielt, worin er "in die engere Wahl" kam, "weil mehrere Gewebemerkmale übereinstimmten".

Nach der Bearbeitung eines ausführlichen und teilweise intimen Fragebogens stand eine Blutuntersuchung beim Hausarzt an. "Dann habe ich mehrere Wochen nichts gehört, bis ich die Einladung zur Voruntersuchung in Frankfurt erhielt", erinnert sich der Lebacher. Frankfurt, das weiß er jetzt, wurde als Standort ausgewählt, weil seine Stammzellen nach der Entnahme mit dem Flugzeug transportiert wurden. "Richtig links gemacht wurde ich bei der Untersuchung, die von acht bis 16 Uhr dauerte."

Dann ging alles recht schnell, der Termin für die Entnahme stand. Mit einem Spritzenpaket startete Wirth die Vorbereitungen. "Die Medikamente sorgen für eine vermehrte Stammzellenproduktion. Sie haben etliche Nebenwirkungen, doch es war erträglich", sagt er im Nachhinein.

Dann kam der Morgen der Entnahme, Wirth war am Tag zuvor angereist "und ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen." Im Vorfeld hätte er immer Gelegenheit gehabt, sich gegen die Entnahme zu entscheiden, auch sei er bestens über die Vorgehensweise mit allen Risiken aufgeklärt gewesen. "Auch bei der Entnahme wurde ich bestens betreut, hatte immer Blickkontakt zum Personal." Wirth wählte für sich die periphere Blutentnahme. Dabei wurde sein Blut durch eine Art Zentrifuge geleitet, die Stammzellen aussondert. "Unangenehm war, dass mein Blut danach viel kälter war, ich fror von Innen heraus", erinnert er sich. Das kommt hauptsächlich vom Calciummangel, der als Nebenwirkung auftritt. Viele Milchprodukte und eine Infusion sorgten dafür, dass Wirth sehr schnell auf die Beine kam. "Ich würde es auf jeden Fall wieder tun", betont er. Jetzt ist er erst einmal für zwei Jahre gesperrt. Wenn auch die Chancen, dass der Empfänger durch die Spende überlebt, nur bei 50 zu 50 stehen, steht Wirth voll hinter dieser Art der Solidarität. Nur von sich aus auf den Empfänger zugehen, das will er nicht. "Ich habe es in seine Hände gelegt, er kennt meine Adresse, kann sich, wenn er möchte, bei mir melden." Eines will Wirth auf keinen Fall: "Als Held gefeiert werden", denn "ich will mit meiner Geschichte aufmerksam machen, die Menschen animieren, sich typisieren zu lassen, denn es könnte jeden treffen." "Nur beim konkreten Anlass sind die Menschen betroffen."

Hansjörg Wirth

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