Einige unterbrechen jedoch ihren Weg, um in der Kapelle ein Gebet zu sprechen oder auch nur, um kurz von der Hektik des Alltags abzuschalten. Als der Mühlenbesitzer Johann Krämer im Jahre 1920 sein Versprechen einlöste, die bestehende frühere Kapelle aus dem 16. Jahrhundert zu vergrößern, war der Kontrast in der Umgebung lange nicht so groß wie heute. Auf der Straße waren damals nämlich noch mehr Pferdefuhrwerke und Fußgänger als Kraftfahrzeuge unterwegs. Der Mühlenbesitzer erneuerte die Kapelle, weil seine Familie im Jahre 1900 den Brand ihres in der Nähe liegenden Anwesens unbeschadet überstanden und in der alten Kapelle Zuflucht gefunden hatte.
Der nur drei Mal vier Meter große Innenraum mit seinem kleinen Altar und zwei schmalen Sitzbänken wirkt auf den Eintretenden beruhigend. Linksseitig fällt Licht durch ein bleiverglastes Fenster mit der heiligen Anna und ihrer Tochter Maria. Auf dem rechten, ebenfalls bunt verglasten Fenster, ist der heilige Johannes dargestellt. "Dieses Fenster wurde im vorigen Jahr zur Hälfte zerstört und ist erst vor wenigen Wochen aufwendig restauriert worden. Die Kosten hat ein Lebacher Bürger bezahlt", berichtet Johanna Krämer.
Für die nur wenige Meter entfernt wohnende Witwe von Jakob Krämer, dem Enkel des Mühlenbesitzers und Stifters, ist es eine Ehre, die Arbeit ihres Mannes an der Kapelle fortzusetzen. Sie reinigt den Innenraum, kehrt um das Gebäude herum, stellt Blumen und Öllichter auf, kurzum: Sie hält alles in Ordnung - ohne Gegenleistung. Sie erzählt: "Es kommt auch schon einmal vor, dass ich morgens die Bänke auseinander schieben muss, die von Personen abends oder in der Nacht zusammengestellt wurden, um darauf zu nächtigen. Da mich dies nicht stört, schließe ich abends auch nicht mehr ab. Leider kommt es aber immer wieder zu Beschädigungen oder Diebstahl. So wurde vor Jahren die alte Pietà gestohlen, an deren Stelle heute eine neuere Figur steht".




































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