Monika Steffen-Rettenmaier leitet bei der Neuen Arbeit Saar die Abteilung „Hilfe zur Arbeit Saarbrücken“. Und ist damit auch für den Markt auf dem Wackenberg zuständig. Einen Markt, der kein Wirtschaftsunternehmen ist, wie Roland Müller betont. Er ist der Geschäftsführer der Neuen Arbeit Saar. Und eine Botschaft ist ihm „ganz wichtig“, wie er sagt: „Es handelt sich hier um ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt.“ Und um ein Frauenprojekt, wie Monika Steffen-Rettenmaier hinterherschiebt.
Dass Müller und Steffen-Rettenmaier, der Neue-Arbeit-Abteilungsleiter für das Zuschusswesen, Michael Fischer und Marktleiterin Nicole Quinten auf den Wackenberg gekommen sind, um diese Botschaft auszusenden, liegt daran, dass ein paar hundert Meter weiter unten am Berg gerade ein neuer Netto-Markt gebaut wird. Im Sommer soll er eröffnen. Und dann werde es für den Markt an der Adalbertstraße eng, hat Armin Kuphal von der Pädsak-Gemeinwesenarbeit neulich gemutmaßt.
Klar, sagen die Leute von der Neuen Arbeit Saar, der kleine Markt mit seinem bescheidenen Sortiment könne nicht mithalten, wenn der Netto-Markt eröffnet. Aber das soll er ja gar nicht. Weil der Markt und seine 20 Mitarbeiterinnen mit Geld von der Arbeitsagentur und des europäischen Sozialfonds bezahlt werden, dürfe er den Handelsunternehmen, die kein Geld aus öffentlichen Töpfen kriegen, keine Konkurrenz machen.
Das tue der kleine Markt auch nicht, sagt Monika Steffen-Rettenmaier. Das habe die Industrie- und Handelskammer in einer „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ bestätigt. Natürlich versuche man im Markt auch Geld zu verdienen, um die Miete zu bezahlen und die Waren einkaufen zu können. Es gehe ja schließlich darum, dass die Frauen in einer möglichst realistischen Situation lernen, wie man im Handel arbeitet. Man wolle „keine Kunstwelt schaffen“, sagt Michael Fischer.
Der Markt werde sicher auch überleben, wenn Netto da ist, sagen die Leute von der Neuen Arbeit. Schließlich bietet man einen besonderen Service, sagt Quinten: Mitarbeiterinnen bringen Kunden, die das nicht mehr alleine schaffen, die Einkäufe nach Hause. Aber der Verkauf sei nur „Mittel zum Zweck“. Es gehe in erster Linie darum, Frauen zu qualifizieren für Stellen, wie sie zum Beispiel der Netto-Markt ab Sommer anbietet. Und es gehe darum, den Frauen innerhalb eines halben Jahres zu zeigen, wie man „Barrieren im Kopf abbauen“, den Alltag in den Griff bekommen und Dinge regeln kann – zum Beispiel die mit den Kindern.




































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