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Saarbrücken

Initiative Standort Saar kritisiert Vermarktung des Saarlandes

In dem Bemühen, Firmen ins Saarland zu locken, gehe die Landesregierung vielfach unprofessionell vor. Diesen Vorwurf erhebt die Initiative Standort Saar. Auch sei kaum etwas von Frankreich-Kompetenz zu spüren. (Veröffentlicht am 04.02.2012)

Saarbrücken. Die Initiative Standort Saar sieht das Saarland mitten in einem schon lange andauernden Winterschlaf. Die Standortinitiative ist ein Zusammenschluss von Wirtschaftsverbänden – den Wirtschaftsjunioren, der Deutsch-Mexikanischen Gesellschaft und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. „Auf die Dachmarke Saarland, mit der man überregional auf die Hauptvorzüge der Region und seiner Standortqualität aufmerksam machen will, warten wir schon seit über 15 Jahren vergeblich“, kritisiert Bernard Sembritzki, Vorsitzender des Arbeitskreises Wirtschaft (AKW).

Dem Ansiedlungsmanagement fehle die Professionalität. Und von der Frankreich-Kompetenz des Saarlandes als nächstem Nachbarn sei auch so gut wie nichts zu spüren. Die neue Landesregierung müsse in diesen für das Land existenziellen Bereichen deutlich professioneller auftreten, fordert die Initiative. „Von der Landesregierung hört man nichts darüber, wie man Unternehmen halten will, auch solche, die über eine Abwanderung nachdenken“, bemängelt Harald Schneider als Vorsitzender der Deutsch-Mexikanischen Gesellschaft. Praktiker und Peugeot seien die jüngsten mahnenden Beispiele.

Es helfe nichts, wenn man zwar auf „Saarland-Botschafter“ setzt, die weltweit verstreut sind, denen aber jeder konkrete Auftrag fehlt. Hier müssten unter Federführung der Landesregierung klare Ziele formuliert werden. Auch habe man es bei der Werbung um Ansiedlungen versäumt, Spitzenmanager einzubinden. So wundert sich die Initiative Standort Saar darüber, dass niemand daran gedacht habe, den ehemaligen Ford-Chef Hans Schardt mit seinen nationalen und internationalen Kontakten für diese Aufgabe zu gewinnen. Schardt habe den Ford-Zulieferpark (Supplier-Park) aufgebaut und sei heute mit einem eigenen Unternehmen in Köln als Unternehmensberater tätig. Solchen Unternehmern müsse man das Ansiedlungsmanagement gegen eine attraktive Bezahlung anvertrauen, statt Politikern und Beamten dieses Geschäft zu überlassen.

Es gelinge nach wie vor nicht, französische Unternehmen ins Saarland zu locken, bemängelt Jacques Renard vom Club des affaires. „Wenn sich das nicht ändert, ist auch die ICE/TGV-Linie von Paris nach Frankfurt nicht sicher. Zumal auch mehr Touristen kommen müssen. Das Saarland hat keine Frankreich-Kompetenz“, sagt Renard. Auch blieben die Möglichkeiten, Geschäftskunden und Touristen aus Paris mit einem attraktiven Programm an die Saar zu locken, weit hinter den Möglichkeiten zurück. Deshalb sei die Einrichtung einer ständigen Vertretung des Saarlands in Paris notwendig – mit einer Person, der man auch abnimmt, eine Persönlichkeit zu sein. ts

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