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Sulzbach

Sulzbacher Lehrerin ist vom Mehrwert der Sprache Latein überzeugt

Sulzbach


Autor: Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Interessante Aspekte brachte die Latein-Lehrerin Christiane Siewert beim Besuch der SZ-Redaktion Sulzbach zur Sprache. Sie begeistert ihre Schüler mit lebendigem Unterricht für ihr ganz und gar nicht „totes“ Fach. (Veröffentlicht am 18.03.2012)


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Sulzbach.Sulzbach. Quod licet Iovi, non licet bovi. In nicht bildungsfernen Haushalten haben Eltern zumindest mal in früheren Jahren diesen Satz bemüht, um ihre aufmüpfigen Kinder in die Schranken zu weisen, Kinder die denken, sie könnten sich zu viel rausnehmen. Denn der Spruch heißt fast wortgetreu übersetzt: Was dem (Gott) Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt. Zu Gast in der SZ-Redaktion war kürzlich Christiane Siewert. Die 60-Jährige, seit 1975 im Schuldienst – früher am Warndtgymnasium Völklingen und am Saarbrücker Schlossgymnasium – unterrichtet seit vier Jahren am Theodor-Heuss-Gymnasium Sulzbach die Sprache Latein. Wir wollten wissen, wie es mittlerweile aussieht mit der Attraktivität dieses Faches, das manchen Eltern und Schülern als nicht mehr zeitgemäß und unnütz gilt.

Siewert ist vor allem auch stellvertretende Vorsitzende im Deutschen Altphilologenverband, Abteilung Saar, mit deren rund 140 Mitgliedern. Von daher hat sie einen guten Einblick in die hiesige Wertschätzung der Sprache von Julius Caesar.

Völlig konträr zum Bundestrend, wo mehr und mehr Interesse in den Gymnasien festzustellen sei, so die Pädagogin, entwickle sich im Saarland die Bedeutung des Lateinischen. Nämlich rückwärts. Über die Gründe könne man nur spekulieren. Gleichwohl sei sie selbst sehr interessiert daran, ihren Schützlingen die vermeintlich „tote Sprache“ mit viel lebendigem Eifer nahezubringen. Man muss halt nur Ideen haben.

Anstecken kann man die Generation Handy (telephonum mobile), indem man sie in die Zeit des römischen Reiches hineinversetzt. Zum Tag der offenen Tür am THG wurde da schon eine römische Taverne nachgebaut, und es wurde ein Spiel entwickelt, das sich mit den Waren und Handelsströmen von vor 2000 Jahren befasst. Es gibt am THG einen kleinen römischen Garten, unter anderem mit Lilia, Oreganum und Salvium (Salbei) und ganz aktuell ein witziges Video mit dem Titel „Ich bin ein Gott, holt mich hier raus“. Darin spielt der eingangs erwähnte römische Gott Jupiter eine nicht unerhebliche Rolle.

„Vieles von heute kann man im Latein-Unterricht einbringen“, sagt Christiane Siewert, ,,und tiefgehende Gedanken so verpacken, dass es die Schüler packt.“ Etwa die ein oder andere Weisheit des berühmten römischen Philosophen und Dramatikers Seneca.

Christiane Siewert ist mitnichten der Meinung, dass Latein eine tote Sprache ist. Viele andere Sprachen, wie etwa Spanisch und Italienisch, lerne man sehr viel leichter, wenn man grundlegende Kenntnisse im Lateinischen habe.

Im Übrigen basierten rund 50 Prozent der Vokabeln in Englisch auf der vermeintlich mausetoten Sprache. Nachgewiesen sei, dass Englisch gestärkt werde, wenn Latein gestärkt werde (Fachblatt „Deutsche Sprachenwelt“). Deshalb sei es sinnvoll, Englisch erst als zweite Fremdsprache zu erlernen und Latein den Vorzug zu geben. In vielen Metiers seien Lateinkenntnisse „wegen der Fachterminologie eine große Hilfe“. Etwa in der Medizin und in der Jurisprudenz. Und gelegentlich auch bei „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch.

Christiane Siewerts Schüler der jetzigen Klasse 8a sind und waren übrigens so gut, dass sie im vergangenen Jahr am Bundessprachenfest in Magdeburg teilnehmen durften und sich dort sehr achtbar schlugen. Von 1000 Gruppen bundesweit, die sich hierfür bewarben, schafften es am Ende nur 40.

Abschließend noch eine kleine Unterrichtsstunde: lectores carissime, legere docet.

Das ist – man ahnt es schon – Latein und heißt: Liebe Leser, Lesen bildet.

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