Siewert ist vor allem auch stellvertretende Vorsitzende im Deutschen Altphilologenverband, Abteilung Saar, mit deren rund 140 Mitgliedern. Von daher hat sie einen guten Einblick in die hiesige Wertschätzung der Sprache von Julius Caesar.
Völlig konträr zum Bundestrend, wo mehr und mehr Interesse in den Gymnasien festzustellen sei, so die Pädagogin, entwickle sich im Saarland die Bedeutung des Lateinischen. Nämlich rückwärts. Über die Gründe könne man nur spekulieren. Gleichwohl sei sie selbst sehr interessiert daran, ihren Schützlingen die vermeintlich „tote Sprache“ mit viel lebendigem Eifer nahezubringen. Man muss halt nur Ideen haben.
Anstecken kann man die Generation Handy (telephonum mobile), indem man sie in die Zeit des römischen Reiches hineinversetzt. Zum Tag der offenen Tür am THG wurde da schon eine römische Taverne nachgebaut, und es wurde ein Spiel entwickelt, das sich mit den Waren und Handelsströmen von vor 2000 Jahren befasst. Es gibt am THG einen kleinen römischen Garten, unter anderem mit Lilia, Oreganum und Salvium (Salbei) und ganz aktuell ein witziges Video mit dem Titel „Ich bin ein Gott, holt mich hier raus“. Darin spielt der eingangs erwähnte römische Gott Jupiter eine nicht unerhebliche Rolle.
„Vieles von heute kann man im Latein-Unterricht einbringen“, sagt Christiane Siewert, ,,und tiefgehende Gedanken so verpacken, dass es die Schüler packt.“ Etwa die ein oder andere Weisheit des berühmten römischen Philosophen und Dramatikers Seneca.
Christiane Siewert ist mitnichten der Meinung, dass Latein eine tote Sprache ist. Viele andere Sprachen, wie etwa Spanisch und Italienisch, lerne man sehr viel leichter, wenn man grundlegende Kenntnisse im Lateinischen habe.
Im Übrigen basierten rund 50 Prozent der Vokabeln in Englisch auf der vermeintlich mausetoten Sprache. Nachgewiesen sei, dass Englisch gestärkt werde, wenn Latein gestärkt werde (Fachblatt „Deutsche Sprachenwelt“). Deshalb sei es sinnvoll, Englisch erst als zweite Fremdsprache zu erlernen und Latein den Vorzug zu geben. In vielen Metiers seien Lateinkenntnisse „wegen der Fachterminologie eine große Hilfe“. Etwa in der Medizin und in der Jurisprudenz. Und gelegentlich auch bei „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch.
Christiane Siewerts Schüler der jetzigen Klasse 8a sind und waren übrigens so gut, dass sie im vergangenen Jahr am Bundessprachenfest in Magdeburg teilnehmen durften und sich dort sehr achtbar schlugen. Von 1000 Gruppen bundesweit, die sich hierfür bewarben, schafften es am Ende nur 40.
Abschließend noch eine kleine Unterrichtsstunde: lectores carissime, legere docet.
Das ist – man ahnt es schon – Latein und heißt: Liebe Leser, Lesen bildet.





























1,2,3 GO



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