Auch angesichts der jüngsten Landeshilfe konnte die Insolvenz von Höll gestern beendet werden. Insolvenzverwalter Günter Staab teilte mit, dass das bisherige Unternehmen in eine Neue Höll Fleisch & Wurstwaren GmbH überführt worden ist. Neuer Besitzer ist die Gründerfamilie des Unternehmens um den Investor Gunter Thielen. Der Bertelsmann-Aufsichtsratschef Thielen ist Vater des Höll-Geschäftsführers Michael Thielen und über seine Ehefrau Mitglied der Höll-Familie.
Angesichts der Entlassung von 100 Arbeitnehmern und den Einsatz osteuropäischer Werkvertrags-Arbeitnehmer betonte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dass die Landesregierung großen Wert darauf lege, dass dies nur eine Maßnahme sein könne, um die aktuelle Insolvenzsituation zu beenden und keine Maßnahme, die auf Dauer die Stammbelegschaft ersetzt. „Wenn das der Fall sein sollte, werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen vorgehen, weil es dann ein Missbrauch ist“, sagte Kramp-Karrenbauer gestern. „Für die Landesregierung ist es nicht hinnehmbar, wenn rechtlich statthafte Instrumente, die dazu gedacht sind, Produktionsspitzen abzufedern, zu ruinösem Wettbewerb führen“, sagte sie.
Auch die Gewerkschaft NGG fordert eine Rückkehr zur Stammbelegschaft. Vordringlich sei jetzt der Verzicht auf die Werkvertragsarbeitnehmer. Stattdessen gelte es nun im Rahmen eines Zukunftskonzeptes, die Stammbelegschaft zu qualifizieren, die Eigenmarke zu stärken und in das Unternehmen zu investieren.
Hintergrund
Um Lohndumping und Wettbewerbsverzerrungen über Werkverträge und Leiharbeit zu begrenzen, hat sich Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gestern ausdrücklich für das Modell eines Tarifmindestlohns ausgesprochen.
Die Wirtschaftsförderung im Saarland will sie außerdem an eine Leiharbeitshöchstquote koppeln. Nur Unternehmen, die maximal zehn Prozent Leiharbeiter beschäftigen, sollen die volle Förderung erhalten.
SPD-Landeschef Heiko Maas wiederum hat angesichts der Entwicklungen bei Höll im Falle eines Wahlsiegs eine Gesetzesinitiative angekündigt, um Auswüchse in der Leiharbeit in der Saar-Wirtschaft zu unterbinden. jwo




































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