Am Samstag nach dem 2:2 gegen den SV Babelsberg hatten sportliche Leitung, Präsidium und der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard Klimmt noch im Stadion zusammengesessen, wahrscheinlich auch das Ausleihgeschäft mit den Lausitzern besprochen. Der Kontakt zum Kanadier war aber schon vorher da. „Am Freitag hat mir Trainer Rudi Bommer vom Interesse von Saarbrücken erzählt und gefragt, ob ich mir eine Ausleihe vorstellen könnte“, erzählt der 1,88 Meter große Abwehrspieler, „am Sonntag habe ich zugesagt, am Montag meine Sachen ins Auto geworfen und jetzt bin ich hier“.
Mit Kanadiern hat der FCS gute Erfahrungen gemacht. „Denken Sie an Giulian de Guzman“, erinnert sich Sportdirektor Dieter Ferner, „der war bei uns, hat später in England und Spanien in der Ersten Liga gespielt.“ Davon ist Straith noch ein gutes Stück entfernt. Vor zwei Jahren in Cottbus als Riesentalent gefeiert und mit einem Dreijahresvertrag an den Verein gebunden, bestritt der Kanadier in dieser Saison gerade einmal zwei Einsätze von Beginn an und wurde sechs Mal eingewechselt. „Ich hatte nie eine echte Chance auf meiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung zu spielen, dann fehlte die Spielpraxis. Das ist auch ein Grund, warum ich jetzt nach Saarbrücken gekommen bin,“ erklärt der Kanadier.
Zum Fußball kam er durch seine Mutter. Sie kickte in der Provinzauswahl und war Trainerin seines zwei Jahre älteren Bruders. „Ich musste immer mit zum Training, sonst wäre ich alleine zu Hause gewesen“, erzählt Straith und widerspricht dem Klischee, dass es in seiner Heimat nur Eishockey-Spieler gibt: „Natürlich tragen wir alle Eishockey im Herzen, aber es gibt tatsächlich mehr Jungs, die Fußball spielen. Es fehlen halt die richtigen Liga-Strukturen. Darum bin ich damals nach Deutschland.“
Klar strukturiert sind auch Straiths Ziele beim FCS: „Ich will der Mannschaft sofort helfen. Die Jungs haben mich hier sofort akzeptiert. Saarbrücken kann ganz oben mitspielen. Und wenn etwas ganz Gutes passiert, kann ich mir auch vorstellen, hier zu bleiben.“
FCS-Trainer Luginger hat übrigens auch gesagt, „es muss einer gehen, bevor wir einen holen“. Das ist nach Abschluss der Transferperiode gestern nicht passiert. So wird auch das von Erst- und Zweitligisten umworbene Talent Johannes Wurtz zumindest bis zum Saisonende ein Blau-Schwarzer bleiben. „Es sind noch vier Vereine in der Entscheidung“, erklärt dessen Berater Rainer Derber, „dazu gehört auch der 1. FC Saarbrücken. Wir wollen in den nächsten Tagen aber für klare Verhältnisse sorgen“.




































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