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Saarbrücken

Zweiter Tag im Prozess gegen Ex-Stiftungschef Ralph Melcher

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Während vor dem Landgericht gegen Ex-Stiftungschef Ralph Melcher verhandelt wird, hat der Staatsanwalt ein weiteres Verfahren gegen ihn eingeleitet. Es geht um Honorarerhöhungen für den oft bewirteten Projektsteuerer. (Veröffentlicht am 02.02.2012)

Während vor dem Landgericht gegen Ex-Stiftungschef Ralph Melcher verhandelt wird, hat der Staatsanwalt ein weiteres Verfahren gegen ihn eingeleitet. Es geht um Honorarerhöhungen für den oft bewirteten Projektsteuerer.Foto: archiv

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Interner Vermerk belastet Melcher

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Über fünf Stunden Verhandlung am ersten Tag im Melcher-Prozess

Es war Ralph Melchers erster öffentlicher Auftritt nach seiner Entlassung als Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Er erschien als Angeklagter vor der großen Wirtschafts-Strafkammer des Saarbrücker Landgerichtes. Blick auf einen unaufgeregten Prozess-Tag.
Saarbrücken. Für Ralph Melcher (44), Ex-Chef der vom Steuerzahler finanzierten Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK), war es „nicht unüblich“, dass dienstliche Besprechungen bei gutem Essen in teueren Restaurants stattfanden. „Situationsabhängig“ habe er die Rechnung übernommen und mit der SSK abgerechnet. Bei diesen Arbeitsessen mit kulinarischen Köstlichkeiten floss oft Champagner und guter Wein. Weil er den von der Stiftung beauftragten Projektsteuerer Gerd Marx in rund 40 Fällen auf Kosten des Steuerzahlers großzügig bewirtet hat, sitzt Melcher jetzt auf der Anklagebank der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Die Vorwürfe: Untreue und Korruption.

Gestern, am zweiten Prozesstag bemühte Melcher sich, die Richter zu überzeugen, dass solche Essen, die von dem Tischpartner dann noch mit einem Stundensatz von 138 Euro für Beratungsleistungen in Rechnung gestellt wurden, „in Ordnung“ seien. Es habe großen Besprechungsbedarf gegeben und sogar Ex-Kulturminister Jürgen Schreier (CDU) habe ihm geraten: „Dann gehen Sie doch mal essen und besprechen das“. Schreier speiste gelegentlich mit. Melcher: „Ich hatte keinen Anlass, zu hinterfragen“, ob dies in Ordnung sei. Die Belege habe er, der doch stets um Transparenz bemüht gewesen sein will, dem SSK-Verwaltungsleiter zur Prüfung gegeben. Der habe auch die Luxushotels bei Dienstreisen nie beanstandet.

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