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Saarbrücken

Staatstheater: Besucher-Best-Ergebnis in der laufenden Saison - Rückgang in der vergangenen

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Die vergangene Spielzeit brachte einen Rückgang um rund 12 000 Besucher. Doch in den ersten vier Monaten der aktuellen Spielzeit hat das Saarländisches Staatstheater ein Besucher-Best-Ergebnis geschafft: Von September bis Dezember zählte das Theater in seinen Spielstätten 95 208 Besucher, 20 000 mehr als im Vergleichszeitraum 2010. (Veröffentlicht am 03.02.2012)

Die vergangene Spielzeit brachte einen Rückgang um rund 12 000 Besucher. Doch in den ersten vier Monaten der aktuellen Spielzeit hat das Saarländisches Staatstheater ein Besucher-Best-Ergebnis geschafft: Von September bis Dezember zählte das Theater in seinen Spielstätten 95 208 Besucher, 20 000 mehr als im Vergleichszeitraum 2010.Foto: archiv

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Saarbrücken. Diese Zahlen kommen wohl gerade recht, beflügeln die Intendantin. Scheint der Publikums-Zuspruch doch eine Beglaubigung dafür, dass Dagmar Schlingmann die Richtige ist, um das Staatstheater kontinuierlich nach vorne zu entwickeln. Wobei die vom Theater selbst generierten Besucherzahlen seit je Skepsis auslösen: Wer zählt eigentlich nach?

Erst vor rund 14 Tagen fiel die Entscheidung der Generalintendantin, das Abwerbe-Angebot aus Bonn abzulehnen und ihren Vertrag in Saarbrücken bis 2016 zu erfüllen. Jetzt kann die Theaterchefin einen Rekord melden: Die ersten vier Monate der aktuellen Spielzeit liefen laut eigener Statistik so gut wie nie. 95 208 Zuschauer kamen zwischen der Saisoneröffnung im September und dem 31. Dezember 2011, 20 000 mehr als im Vergleichszeitraum der vorigen Spielzeit. Und: „Es ist mein bestes Ergebnis seit ich in Saarbrücken bin“, sagt Dagmar Schlingmann. 2006/2007 übernahm sie das Saarbrücker Haus nicht nur mit einer Spar-Hypothek, sondern auch mit ausgezeichneten Auslastungs-Zahlen ihres Vorgängers Kurt-Josef Schildknecht. Mittlerweile betrachtet Schlingmann nur mehr die eigene „Regierungszeit“. Ein Zeichen für gewachsenes Selbstvertrauen? Immerhin kann sie verkünden: Bis auf ein Jahr – die vergangene Saison 2010/2011 – ging es mit den Zahlen bergauf. „Wenn es so weiter läuft, werden wir 2011/2012 voraussichtlich die 200 000er-Marke schaffen“, meint Schlingmann.

Zweifelsohne lässt sich vor diesem rosaroten Zukunfts-Panorama der Trend-Einbruch 2010/2011 (Besucherzahl: 182 049) leichter verkaufen: ein Minus von etwa 12 000 Besuchern. Der Aderlass erfolgte im Großen Haus. Es zählte 129 352 Besucher. Dort klafft eine Lücke von rund 12 500 Gästen im Vergleich zum Vorjahr. Ein leichtes Plus gab es bei Konzerten in der Congresshalle und Aufführungen in der Sparte4.

Erfreulich stabil: das Ballett. Es erwies sich als sichere Bank mit einer Auslastungs-Quote von 78 Prozent im Großen Haus (und 99 Prozent in der Feuerwache), wie das Theater auf SZ-Nachfrage bestätigt. Schlingmann hat für die schlechteren Besucherzahlen im Großen Haus eine Erklärung: der stramme Winter, der nicht wenige Abonennten-Busse aus dem Nordsaarland von ihrer Tour abhielt, und der frühe Sommer, der bereits im April die Menschen zum Grillen statt ins Theater lockte. „Ich möchte nicht alles auf das Wetter schieben, aber wir sind nun mal ein Saisonbetrieb.“ Als zusätzliche Ursache für den Einbruch sieht sie eine zu „mutige“ Musiktheater-Spielplan-Gestaltung: „Horace“ und „Phaeton“ hätten noch weniger Zuschauer gehabt als erwartet. „Wir haben gelernt, dass es im Saarland besonders schwer ist, Menschen von unbekannten Stücken zu überzeugen.“ Die zweite Lehre der Saison 2010/2011 lautet: Die Operette ist kein Selbstläufer mehr und also auch kein Ersatz für das Musical. „Die schöne Helena“ (10 788 Besucher) schaffte es nicht unter die „Renner“ der Saison. Obwohl sie vier Aufführungen mehr hatte als „Turandot“, blieb sie etwa 400 Zuschauer hinter der Puccini-Oper zurück. Dass dies kein Zufall ist, zeigt sich nach Einschätzung Schlingmanns auch in der aktuellen Saison: Die Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ erfülle die Quoten-Erwartungen ebenfalls nicht. Während sich die bis zur Sommerpause ausverkaufte „Rocky Horror Show“ anschickt, alle Rekorde, die die Frank-Nimsgern-Musicals je in Saarbrücken einfuhren, zu toppen. Schlingmann plant eine Übernahme in die nächste Saison. Sie will zukünftig in jeder Saison ein Musical anbieten. Hier liege Zuwachs-Potenzial, denn Musicals lockten neue Besucher. Ein Aus für die Operette ist das nicht. Diese Unterhaltungs-Gattung soll ab und zu im Spielplan auftauchen.





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