Durch die Bologna-Reformen hätten die Mobilität der Studenten und die Durchlässigkeit des Bildungssystems zugenommen, erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin. Die Hochschulen seien durch die Umstellung auch besser gewappnet für den hohen Studentenandrang, den wachsenden Fachkräftebedarf und die fortschreitende Internationalisierung. Die Zahl der Studienanfänger habe mit mehr als 515 000 im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht: „Das ist ein Zeichen für die Attraktivität unserer Hochschulen.“
Der von der Kultusministerkonferenz (KMK), den Sozialpartnern und mehreren Hochschulinstitutionen erstellte Bologna-Bericht lobte es als „großen Erfolg“, dass durch die Reform „mehr Studierende in durchschnittlich kürzerer Zeit“ bewältigt werden könnten. Die Studiendauer ist demnach bei den neuen Studiengängen kürzer: Im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Dauer bis zu einem universitären Abschluss noch bei 11,5 Semestern, neun Jahre später bei elf. Für einen Bachelor-Abschluss dauert das Studium indes im Schnitt 5,9 Semester, für einen Master-Abschluss kommen noch einmal 4,1 Semester dazu.
Ziel der 1999 begonnenen Bologna-Reform ist es, die Anerkennung von Studienabschlüssen in der EU und auch das Wechseln an eine Hochschule im europäischen Ausland zu vereinfachen. Kritiker monieren, dass die starke Verschulung der Bachelor-Studiengänge den Studenten das Wechseln an andere Hochschulen sogar erschwert. Auch die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen sei weiterhin schwierig. Am 26. und 27. April werden die europäischen Bildungsminister bei einer Konferenz im rumänischen Bukarest über den Stand der Reform beraten. afp
Meinung
Kein Grund zum FeiernVon SZ-Redaktionsmitglied Anke Bauer
Die Bundesregierung betreibt Lobhudelei auf höchstem Niveau. Anlass ist die Umsetzung der Bologna-Reform. Vor geschlagenen 13 Jahren wurde der Prozess angestoßen, Bachelor- und Masterabschlüsse europaweit einzuführen. Umgestellt sind in Deutschland heute lediglich 85 Prozent aller Studiengänge. Ob das ein Anlass zur Freude ist, bleibt ebenso dahingestellt wie die Frage nach dem Erfolg der Reform – vor allem aus Studentensicht.
Sie sind es, die mit den Bologna-Baustellen kämpfen müssen. Nicht nur, dass viele Bachelorabsolventen keinen Masterplatz bekommen, weil es davon zu wenige gibt. Studien bescheinigen zudem, dass ihnen außer Fachwissen nicht viel vermittelt wird. Hochschulwechsel sind schwierig, dabei sollten doch gerade die einfacher werden. Das ist wirklich kein Grund zum Feiern.




































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